Uschi Digard kam im August 1948 in Stockholm, Schweden, zur Welt. Ihre Mutter war Schwedin, der Vater stammte aus Deutschland. Schon als Teenager fiel sie durch ihre große Statur und ihre auffälligen Gesichtszüge auf. Nach dem Abitur arbeitete sie kurz als Fotomodell für lokale Kataloge, bevor sie Mitte der 1960er Jahre nach London zog. In England begann sie, für Underground-Magazine zu posieren und knüpfte erste Kontakte zur Filmszene. Ihre fließenden Englischkenntnisse und der skandinavische Akzent halfen ihr, sich in der internationalen Modelbranche zu etablieren.
1968 wanderte Uschi Digard in die Vereinigten Staaten aus und ließ sich in Los Angeles nieder. Dort traf sie auf Filmemacher, die im Bereich des experimentellen Kinos arbeiteten. Ihr erster bezahlter Auftrag vor der Kamera war eine kleine Nebenrolle in einem Low-Budget-Streifen, der nie offiziell veröffentlicht wurde. Schnell wurde jedoch klar, dass die damaligen Produktionsbedingungen wenig reguliert waren. Digard entschied sich bewusst dafür, in Filmen mitzuwirken, die heute dem Genre der Erwachsenenunterhaltung zugerechnet werden. Sie selbst betonte später in Interviews, dass sie diesen Schritt nicht als Notlösung, sondern als künstlerische Freiheit betrachtete.
In den frühen 1970er Jahren etablierte sie sich unter ihrem Künstlernamen Uschi Digard in der aufstrebenden Pornofilmszene. Sie drehte mit Regisseuren wie Alex de Renzy und den Mitchell Brothers. Besonders bekannt wurde ihre Mitwirkung an Streifen wie „The Erotic Adventures of Zorro“ (1972) und „The New Heidi“ (1974). Digard spielte dort nicht nur vor der Kamera, sondern übernahm auch organisatorische Aufgaben. Sie lernte, mit engem Budget zu arbeiten und selbst kleinste Szenen durch eigene Kostüme und Requisiten aufzuwerten. In dieser Zeit entwickelte sie ein Gespür für Lichtsetzung und Bildkomposition.
Ab Mitte der 1970er Jahre reduzierte Digard ihre Arbeit als Darstellerin. Sie begann, selbst zu fotografieren, zunächst mit einer analogen Mittelformatkamera. Ihre Motive waren oft Frauenporträts, die sie in natürlichem Licht inszenierte. Digard lernte das Handwerk bei einem befreundeten Werbefotografen in San Francisco. In den 1980er Jahren veröffentlichte sie einige Bildbände, die in kleinen Auflagen erschienen und heute unter Sammlern gesucht sind. Ein Projekt trug den Titel „Nordlichter“ und zeigte Aufnahmen von skandinavischen Landschaften und Menschen. Sie selbst bezeichnete diese Arbeit als ihr wichtigstes künstlerisches Vermächtnis.
Anfang der 1990er Jahre zog sich Uschi Digard weitgehend aus dem Filmgeschäft zurück. Sie lebte zeitweise in Oregon und später in Arizona. In einem seltenen Interview von 1998 sagte sie, dass sie nie bereut habe, welchen Weg sie eingeschlagen hatte – die Filme seien ein Teil ihrer Biografie, aber nicht ihr gesamtes Leben. In den letzten Jahrzehnten hielt sie Vorträge über Fotografie an Volkshochschulen und half jungen Künstlern, ihre ersten Portfolios zu erstellen. Nähere Details über ihren aktuellen Aufenthaltsort sind nicht öffentlich dokumentiert, da sie konsequent auf Privatsphäre achtete.