Uschi Digard wurde am 26. März 1948 in Oberstdorf, Bayern, geboren und wuchs in einer katholisch geprägten Familie auf. Nach dem Abitur verließ sie die Bundesrepublik Deutschland zunächst in Richtung Dänemark, wo sie als Nacktmodell für Zeitschriften wie „Color Climax“ arbeitete. Von dort zog es sie weiter nach Schweden und schließlich in die Vereinigten Staaten, wo sie 1970 in New York eintraf. Ihre ersten Jahre in den USA verbrachte sie als Fotomodell für Unterwäsche- und Bademodenkataloge, ehe sie durch Kontakte zur Underground-Film- und Kunstszene den Weg vor die Kamera fand.
Ihr Leinwanddebüt gab Digard 1971 in der satirischen Sexkomödie „The Stewardesses“. International bekannt wurde sie jedoch durch ihre Rollen im sogenannten „Golden Age of Porn“. Zwischen 1972 und 1976 drehte sie für renommierte Produktionsfirmen wie VCX, Gourmet Video und Caballero. Zu ihren bekanntesten Werken zählen „The Devil in Miss Jones“ (1973), in dem sie die Rolle der „Martha“ spielte, sowie „Memories of a Madam“ und „The Tale of Tiffany Lust“. Sie arbeitete mit Regisseuren wie Gerard Damiano und Henri Pachard zusammen und trat unter den Pseudonymen „Uschi Digart“ und „Uschi Digard“ auf. Charakteristisch war ihr markanter deutscher Akzent, der sie von den meisten amerikanischen Darstellerinnen abhob.
Neben der Hardcore-Industrie engagierte sich Uschi Digard auch in der queeren Underground-Szene. 1972 spielte sie in John Waters‘ Kultfilm „Pink Flamingos“ eine Nebenrolle als Zirkusartistin. Waters besetzte sie erneut in „Female Trouble“ (1974) als Kreditoren. Diese Auftritte brachten ihr eine kleine Anhängerschaft jenseits der Erwachsenenbranche ein. In den späten 1970er Jahren versuchte sie sich an einem Ausstieg aus der Pornografie und übernahm Sprechrollen in einigen Low-Budget-Horrorfilmen und Komödien. Ein geplanter Wechsel zum Mainstream-Schauspiel blieb jedoch erfolglos, sodass sie sich Ende der 70er weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückzog.
Ab 1980 lebte Uschi Digard fast völlig zurückgezogen in Kalifornien. Sie arbeitete gelegentlich als Kosmetikerin und Massagetherapeutin, lehnte aber Interviews und öffentliche Auftritte konsequent ab. In einem seltenen Statement aus dem Jahr 1998 erklärte sie, dass sie ihre Zeit in der Pornoindustrie nicht bereue, aber keine Verbindung mehr zu dieser Episode ihres Lebens habe. Sie zog später nach Palm Springs, wo sie bis zuletzt ein unauffälliges Leben führte. Über ihr Privatleben ist kaum etwas bekannt; es gibt keine bestätigten Angaben zu Ehen oder Kindern. Aufgrund ihres konsequenten Rückzugs wurde sie zur Legende unter Sammlern und Filmhistorikern.
Obwohl Uschi Digard nur etwa fünf Jahre aktiv war, hinterließ sie einen bleibenden Eindruck in der Erwachsenenunterhaltung. Sie gilt als eine der wenigen deutschen Darstellerinnen, die im „Golden Age“ internationale Anerkennung fanden. Ihre Filme werden bis heute auf Blu-ray und DVD neu aufgelegt, und Dokumentationsprojekte wie „The Not Quite Hollywood of Porn“ widmen ihr eigene Kapitel. In der akademischen Filmwissenschaft wird sie gelegentlich als Beispiel für den transnationalen Austausch in der Sexindustrie der 1970er Jahre zitiert. Fotos von ihr erschienen in Kunstbänden wie „The Art of the Pornographic Poster“. Auch auf Plattformen wie der Internet Adult Film Database wird ihr Schaffen detailreich dokumentiert, wobei ihre Biografie selbst für Brancheninsider größtenteils im Dunkeln bleibt.